DIE SUCHE – DK 1992

Erinnerung – Klassenfahrt Berlin 1992

Im Jahr 1992 führte unsere Klassenfahrt nach Berlin. Gemeinsam mit einer Gruppe dänischer Gäste wollten wir ihnen die deutsche Hauptstadt zeigen und besondere Orte der damals noch jungen Wiedervereinigung kennenlernen. Die Tage waren sorgfältig geplant, und wir bewegten uns gemeinsam durch verschiedene Stadtteile. Einer der Wege führte uns in die Nähe der Bornholmer Brücke – einem Ort, der für viele Menschen ein Symbol der deutschen Geschichte geworden war. Während unseres Aufenthalts wurde im Umfeld unserer Route festgestellt, dass sich dort zwei Weltkriegsbomben befanden. Zu diesem Zeitpunkt gab es keine öffentliche Ankündigung. Für uns Schülerinnen und Schüler wirkte zunächst alles ruhig und geordnet. Erst im Nachhinein wurde deutlich, wie aufmerksam die verantwortlichen Stellen die Situation beobachtet hatten. Lehrkräfte, Begleitpersonen und Einsatzkräfte handelten besonnen, strukturiert und ohne jede Hektik. Niemand verbreitete Unruhe oder Panik. Gerade diese Ruhe vermittelte ein Gefühl von Sicherheit.

Nachdem die Situation unter Kontrolle gebracht worden war, stand ein weiterer Programmpunkt auf dem Plan: der Besuch eines Berliner Polizeireviers. Dort wurde uns erklärt, welche Bedeutung der Notruf 110 hat und wie Polizei und Rettungskräfte in Deutschland zusammenarbeiten. Für viele war das ein interessanter Einblick in die tägliche Arbeit der Sicherheitsbehörden. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Empfangsbereich des Reviers Berlin-Plötzensee. Dort stand ein einfacher Tisch. Kein hektisches Kommen und Gehen, keine lauten Stimmen – nur eine ruhige Atmosphäre. Die Anspannung der vergangenen Stunden schien langsam von allen abzufallen. Die dänischen Gäste wirkten sichtbar erleichtert. Schultern entspannten sich, Gespräche wurden wieder lockerer und erste vorsichtige Lächeln kehrten zurück. Es war ein stiller Moment, der dennoch viel ausdrückte.

Mir wurde damals bewusst, dass Sicherheit nicht nur aus Uniformen, Fahrzeugen oder Sirenen besteht. Sie entsteht vor allem durch Menschen, die in schwierigen Situationen ruhig bleiben, Verantwortung übernehmen und klare Abläufe schaffen. Gerade für unsere dänischen Gäste hatte dieser Tag eine besondere Bedeutung. Die Erinnerungen an die Geschichte des Zweiten Weltkriegs und die deutsche Besatzungszeit wirken in Dänemark bis heute nach. Umso wichtiger war die Erfahrung, dass heutige Sicherheitsstrukturen Vertrauen schaffen können. Aus einer zunächst unbekannten Gefahr wurde am Ende eine Erfahrung, die Mut machte. Die 110 stand nicht mehr für Alarm oder Unsicherheit, sondern für Verlässlichkeit und Schutz. Was als spannender Ausflug begonnen hatte, endete mit einem Gefühl der Erleichterung. Sicherheit ging vor – und genau dieses Gefühl ist mir von dieser Klassenfahrt bis heute in Erinnerung geblieben.


One Week – Dänemark in Berlin


Beiträge

Traurigkeit und …

Der Dualseelenweg bedeutet deshalb nicht, ständig glücklich zu sein. Vielmehr lernen wir, mit allen Gefühlen bewusst umzugehen. Freude und Sehnsucht, Hoffnung und Zweifel dürfen nebeneinander existieren. Sie gehören zum Menschsein genauso wie zur eigenen Entwicklung. Oft sind es gerade die kleinen Dinge, die uns wieder Boden unter den Füßen geben. Eine aufgeräumte Küche. Ein erledigtes Telefonat. Ein Spaziergang. Ein Mensch, der nach Hause kommt. Ein Termin, der Zuversicht schenkt. Von außen wirken diese Momente unscheinbar. Für die Seele können sie jedoch zu kleinen Leuchttürmen werden. Sie erinnern uns daran, dass das Leben weitergeht – Schritt für Schritt. Auch Vertrauen wächst auf diese Weise. Nicht durch spektakuläre Ereignisse, sondern durch viele kleine Erfahrungen, die zeigen: Ich schaffe diesen Tag. Morgen schaffe ich den nächsten. Und irgendwann blicke ich zurück und erkenne, dass ich viel stärker geworden bin, als ich es damals für möglich gehalten hätte.

Vielleicht ist genau das die eigentliche Botschaft des Dualseelenwegs. Nicht die Suche nach einem anderen Menschen steht im Mittelpunkt, sondern die Begegnung mit sich selbst. Wer lernt, sich in schweren Stunden liebevoll zu begegnen, entdeckt nach und nach eine Kraft, die unabhängig von äußeren Umständen bestehen bleibt. Traurigkeit ist deshalb kein Zeichen des Scheiterns. Sie erinnert uns daran, dass unser Herz fühlen kann. Sie zeigt, dass Erinnerungen einen Platz in unserem Leben haben dürfen, ohne unsere Zukunft zu bestimmen. Mit jedem Tag, an dem wir trotz aller Gefühle unseren Weg weitergehen, wächst etwas Neues in uns: Gelassenheit, Vertrauen und die Gewissheit, dass jede Nacht irgendwann einem neuen Morgen weicht. Der Dualseelenweg endet nicht mit der Sehnsucht. Er beginnt dort, wo wir erkennen, dass der wichtigste Mensch, den wir auf diesem Weg begleiten dürfen, wir selbst sind.

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Kirmes Antwort

Gefühle, die ich jetzt nicht in Worte fassen will, bleiben trotzdem da. Sie sitzen neben mir wie alte Bekannte. Der Schutzengelchor bleibt, was er ist. Und ich werde mich den Engelenergien nicht widersetzen.

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