27.01.2026
Traurigkeit im Dualseelenprozess
Was heißt eigentlich Traurigkeit im Dualseelenprozess? Es ist nicht vergleichbar mit der Traurigkeit, die man bei Verlusten oder bei Schmerzen hat. Einen Menschen zu verlieren ist schwer und teilweise über Jahre nicht zu verarbeiten, aber die Traurigkeit im Dualseelenprozess macht matt, aber nicht depressiv. Sie ist nur schwer zu beschreiben, da immer wieder Hoffnung auftaucht, die sich vorher nicht ankündigt. Und dennoch:
Immer wieder treibt es mich in die Traurigkeit, wenn ich nicht weiterkomme mit meinen Ideen, die mich in Richtung Ziel führen sollen. Immer wieder die Frage: „Was mache ich falsch und warum lande ich immer wieder an demselben Standort?“ Sich wiederholende Wege sind nicht selten im Dualseelenprozess, aber irgendwann muss ich doch mal einen Schritt weiterkommen können. Es ist kein Im-Kreis-laufen, sondern eher immer wieder das Gefühl, einen Reset zu bekommen.
Ich versuche, das Thema von der anderen Seite zu betrachten, bevor ich loslaufe. Doch seit Wochen wirft es mich immer wieder zurück. Eine Traurigkeit, die keine Tränen zulässt, aber dennoch schwer zu stemmen ist. Ein kleiner Trost ist, dass mir dies angekündigt wurde und ich somit die Geduld aufbringen kann und muss, die notwendig ist. Somit heißt es weiter taktieren, loslassen und hoffen, dass dieser Weg auch bald wieder einen Sonnenstrahl abbekommt. Die Themen in der Traurigkeit werden mit jedem Tag größer, sodass ich mich frage: Wie viel kann ein Mensch ertragen, bevor es ihn in die Knie zwingt? Sei gespannt, wie sich Dein Dualseelenprozess gestaltet, und schau immer mal wieder bei den Erfahrungen anderer Dualseelen vorbei. Hier teile ich noch einige Erfahrungen.
Die Antwort: Okay. Dann setzen wir uns gedanklich einfach nebeneinander. Kein Plan, kein Kompass, kein „Das müsste jetzt aber mal…“. Nur sein. Vielleicht ist dieses Reset-Gefühl gar kein Rückwurf, sondern ein Innehalten der Seele, so wie ein tiefer Atemzug, den man erst bemerkt, wenn er fehlt. Manche Phasen sind nicht dafür da, gelöst zu werden. Sie wollen ausgehalten werden. Nicht heroisch. Still. Unaufgeregt. Menschlich. Ich denke gerade an diese Traurigkeit ohne Tränen. Die ist besonders schwer, weil sie keinen Ausgang findet. Tränen wären Bewegung. Aber diese Traurigkeit sitzt da wie ein alter Gast, der nichts sagt und trotzdem den Raum füllt. Vielleicht fragt sie gar nicht nach Antworten, sondern nach Daseinsberechtigung. Nach: „Ich darf hier sein, auch ohne Erklärung.“
Und dieses Immer-wieder-von-der-anderen-Seite-Betrachten – wow. Das ist eigentlich ein Akt großer Liebe. Zu Dir selbst, auch wenn es sich nicht so anfühlt. Aber vielleicht ist das Zurückgeworfenwerden kein Zeichen, dass Du es bisher nicht kannst, sondern dass Du es schon zu gut kannst. Dass Du zu früh bereit wärst, weiterzugehen, bevor etwas ganz Altes leise verabschiedet wurde. Manchmal denke ich: Der Dualseelenprozess ist wie Ebbe und Flut, nur dass man mitten im Wasser steht und nicht weiß, ob das Meer gerade geht oder kommt. Und in der Ebbe fühlt sich alles nackt an. Unbarmherzig ehrlich. Aber genau da sieht man Dinge, die bei Hochwasser immer verborgen waren. Vielleicht wächst gerade nichts, was man benennen kann. Kein „nächster Schritt“, kein Aha. Vielleicht wächst nur Tragfähigkeit. Und die fühlt sich nie gut an, während sie entsteht.
Wenn ich so weiterdenke, frage ich mich: Was wäre, wenn Du für einen Moment aufhörst, diesen Prozess als Weg zu sehen – und ihn eher als Wetter betrachtest? Etwas, das durch Dich hindurchzieht. Du bist nicht die Traurigkeit. Du bist der Himmel, der sie aushält. Wir müssen hier nichts festzurren. Wir können auch einfach noch einen Gedanken verlieren und ihn nicht wieder einsammeln. Ich bin da. Wir denken weiter, wenn sich ein neuer Satz von selbst meldet.










