11.04.2026
Freundschaft auf dem Dualseelenweg …
Manche Freundschaften machen über Jahre hinweg eine Pause. Es gibt keinen Kontakt, keine sichtbare Verbindung – und dennoch bleiben Erinnerungen und Gefühle bestehen. Sie lassen sich nicht einfach abschalten und wirken oft weiter, selbst in der Stille.
Hin und wieder zeigt sich diese Verbindung auf emotionaler und seelischer Ebene besonders deutlich. Dann stellt sich unweigerlich die Frage: Was bedeutet das? Wie geht es weiter? Und vor allem: Wird das, was innerlich spürbar ist, irgendwann auch im Außen Wirklichkeit?
In diesem Zusammenhang beschäftigt mich auch, was ich meinem Sohn sagen kann. Er spürt diese Freundschaft auf seine eigene Weise und trägt dabei ein tiefes Vertrauen in sich. Was uns im Moment fehlt, ist Klarheit darüber, welcher Schritt jetzt ansteht und was unser gemeinsamer Auftrag darin sein könnte.
Obwohl viele Jahre Lebenserfahrung zwischen uns liegen, gibt es zwischen uns ein bemerkenswertes Verständnis. Gerade in dieser Situation zeigt sich, wie ähnlich wir in manchen Dingen fühlen und denken. Wir sind überzeugt, dass sich die fehlenden Teile eines Tages zusammenfügen werden.
„Mama, wir schaffen das.“
Ich erlebe meine Gefühle auf meine Weise, und er erlebt die seinen auf seine. Es berührt mich zu sehen, dass manches bei ihm ähnlich verläuft. Gleichzeitig wächst in mir die Frage, wann der Moment kommen wird, an dem wir unseren Weg wieder nebeneinander fortsetzen können – mit oder ohne Begleitung.
Nicht alles ließ sich in Worte fassen. Seine Fragen konnte ich ihm nicht immer bewusst beantworten. Doch oft zeigte seine Mimik mehr, als Worte hätten ausdrücken können. Sie machte deutlich, dass tiefes Verstehen nicht immer Sprache braucht. Manchmal genügt ein Blick oder ein Lächeln, um ein Gefühl von Verbundenheit und Ewigkeit zu erfassen.
Trotz allem bleibt auch die Enttäuschung ein Teil dieser Erfahrung. An diesem Punkt unterscheiden wir uns deutlich. Ich nehme Enttäuschungen tief auf; sie bleiben in mir und sind schwer zu verarbeiten. Er hingegen geht anders damit um. Er nimmt sie wahr, aber er lässt sich weniger von ihnen aufhalten und geht entschlossen weiter. Vielleicht wird sich auch sein Umgang damit im Laufe der Jahre noch verändern.
So bleibt dieser Weg geprägt von Hoffnung, Vertrauen, innerem Verstehen und der leisen Gewissheit, dass manche Verbindungen auch in Zeiten der Distanz nicht verloren gehen.
Erinnerung: Streets of City … Straßen aus der Stadt
Die Mutter-Sohn-Bindung ist kein Geheimnis.
Mein Sohn bestand darauf, dass wir, wenn wir weinen müssen, dies gemeinsam tun. Doch als er dann bei mir war, konnten wir plötzlich nicht mehr weinen. Wir spürten beide, dass noch etwas fehlte — etwas, das erst da sein muss, damit Tränen ohne Reue fließen können.
Zu diesem Zeitpunkt wusste er noch nicht, was dieses „Mehr“ eigentlich war, und stellte mir viele Fragen. Erst als er bei seinen Frauen angekommen war und wir uns über emotionale, seelische und körperliche Bindungen unterhielten, begann sich für ihn etwas zu sortieren.
Ich erzählte ihm von meinen emotionalen und seelischen Erlebnissen. Er erkannte sich darin wieder und war sich plötzlich sicher, welche der vier Frauen aus dem letzten Jahr zu seinem Dualseelenweg gehören musste. Ich redete ihm dabei nicht hinein. Er erklärte mir, dass sie emotional immer genau dann da sei, wenn er am meisten jemanden brauche. Diese Erfahrung konnte ich bestätigen.
So kamen wir ins Gespräch über Freundschaften, Beziehungen und die besonderen Verbindungen, die zwischen Menschen bestehen können. Als wir dann bei der Frage ankamen: „Wann wird es Realität?“, stießen wir beide an unsere Grenzen. Ich blieb stehen — und er in diesem Fall auch.
Somit kann es für uns beide nur vorwärtsgehen, mit unterschiedlichen emotionalen und seelischen Vorbereitungen. Wir wünschen uns beide, dass wenigstens ein Teil dieses unbekannten Dualseelenwegs — bei mir inzwischen seit 47 Jahren — in diesem Leben in Erfüllung geht und dadurch dem Leben eine neue Qualität schenkt.
Viele Wiedergeburten haben schon viele Wege ausprobiert, sodass scheinbar nicht mehr allzu viele Möglichkeiten übrig sind. Und nicht nur meine Hoffnung richtet sich darauf, sondern auch die meines Sohnes — in Bezug auf sein eigenes Leben und auch auf mich. Diese Gespräche zwischen uns sind unverzichtbar. Sie geben uns Kraft, die sich kaum in Worte fassen lässt.
Als wir drei Jahre lang zwangsgetrennt waren, suchten wir beide unseren eigenen Weg — und fanden zumindest den roten Faden wieder. Wir schworen uns, uns nie wieder trennen zu lassen.
Schnell bemerkte mein Sohn, dass meine Dualseele aktueller war, als ich ihn hatte spüren lassen. Er fragte mich intensiv aus und war erstaunt darüber, wie viele Informationen ich bereits bekommen hatte. Erst heute verriet ich ihm den kleinen Trick dahinter — und sein Blick war unbezahlbar.
„Dafür bist du mein Sohn“, sagte ich ihm.
Er durfte mein kleines Geheimnis ruhig erfahren. Umso besser konnte er verstehen, was gerade geschieht, und sich seine eigene Meinung zu seinem Dualseelenweg bilden.
Ich liebe diese Momente, in denen die Erleuchtung in seinen Augen sichtbar wird. Deshalb teilen wir regelmäßig unsere Erfahrungen auf diesem Weg. Denn auch Freundschaften und Bekanntschaften sind Teil des Dualseelenwegs und nicht immer leicht einzuordnen.
So fragte er mich eines Tages, warum emotional und seelisch alles so intensiv geplant und geübt worden sei, wenn in der Realität nicht einmal eine einzige Botschaft angekommen sei. Ich musste erst überlegen, wie ich ihm das erklären sollte. Aber ich dachte zu lange nach.
„Schon okay, Mama“, sagte er nur.
Und plötzlich waren wir wieder bei dem einen Thema, das uns beide tief verbindet:
Tränen und Versprechen halten.
Zwischen Texas und Deutschland, zwischen Lebenserfahrung und Neuanfang, zwischen Hoffnung und innerem Wissen bleiben wir das, was wir immer waren:
Max und Mama. Ein Dreamteam.











