Mitten im Dorf der Ewoks stand ein uralter Baum. Er war so breit, dass zehn Ewoks ihn kaum umfassen konnten, und so hoch, dass sein Wipfel die Wolken zu kitzeln schien.
Die Alten sagten, dieser Baum könne zuhören.
Nicht sprechen. Nicht antworten.
Nur zuhören.
Und manchmal war genau das genug.
Jeden Abend kam ein anderer Ewok zu ihm. Einer erzählte von Angst. Einer von Freude. Einer von einem Streit. Einer von einem Wunsch, den er sich kaum laut zu denken traute.
Eines Tages kam ein junger Ewok namens Luma. Sie war kleiner als die anderen und viel stiller. Wenn die Kinder kletterten, blieb sie unten. Wenn sie sangen, bewegten sich ihre Lippen kaum. Nicht weil sie nichts fühlte – sondern weil in ihr alles so groß war, dass es keinen Weg nach draußen fand.
Sie legte ihre Stirn an die raue Rinde.
„Ich glaube, ich bin nicht mutig“, flüsterte sie.
Der Baum schwieg.
Der Wind bewegte die Blätter.
Da hörte Luma plötzlich Stimmen aus dem Dorf. Ein Steg war gebrochen. Ein kleines Kind hing fest, viel zu hoch über dem Boden. Die Erwachsenen waren noch zu weit entfernt.
Luma rannte.
Sie kletterte nicht schnell. Nicht elegant. Nicht wie die anderen. Aber sie kletterte. Ast für Ast. Atemzug für Atemzug.
Ihre Hände zitterten. Ihr Herz trommelte.
Doch sie erreichte das Kind.
„Hab keine Angst“, sagte sie, obwohl sie selbst Angst hatte.
Später, als alle sicher waren, saß Luma wieder am alten Baum.
Diesmal sagte sie nichts.
Sie musste nicht.
Der Baum rauschte leise über ihr, als würde er lächeln.
Und Luma verstand:
Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst. Mut ist, wenn dein Herz zittert – und du trotzdem gehst. 🍂









