Zwischen Wasser, Erde und Erinnerung
1994 war ich auf der Loveparade. Rückblickend fühlt sich dieses Jahr für mich nicht nur wie ein Moment der Musik und Bewegung an, sondern wie ein Anfang, ein Tor, das sich geöffnet hat. Damals stand für mich vieles unter den Elementen Wasser und Erde. Es war, als sollte ich genau mit diesen Botschaften arbeiten: mit dem Fließen, dem Tragen, dem Spüren, aber auch mit dem Boden, der Schwere, der Verantwortung und der Verwurzelung. Wasser und Erde waren nicht nur Symbole, sondern Kräfte, die in meinem Inneren eine Sprache gefunden haben.
Die Loveparade war in dieser Zeit für viele ein Ort von Freiheit, Klang und Ekstase. Für mich war sie mehr. Zwischen Beats, Menschenmengen und dieser elektrischen Atmosphäre kamen Impulse zu mir, die ich damals vielleicht noch nicht ganz einordnen konnte. Es war, als würden Botschaften durch die Musik reisen, durch die Körper, durch die Luft. Nicht laut, nicht eindeutig, eher wie Wellen, die einen erst viel später wirklich erreichen.
2004 bekam dieses innere Erleben für mich eine neue Dimension. Tsunami Tunes – dieser Begriff trägt bis heute eine besondere Schwingung in sich. In meinem Empfinden verband sich damals vieles miteinander: Klang, Bewegung, Wasser, Zerstörung, Warnung und Erinnerung. Auch Kasachstan und China tauchten in meinem inneren Erleben als Räume auf, die mit diesen Schwingungen verbunden waren. Nicht unbedingt logisch oder linear, sondern eher wie Zeichen, die auftauchen, sich wieder zurückziehen und später in einem anderen Licht erscheinen.
Auch die Nature-One-Botschaften kamen zu mir. Wieder war es Musik, wieder war es eine Szene, in der viele vielleicht nur den Sound und den Moment sahen – und doch war da für mich noch etwas anderes. Es ging nicht nur um Feiern, sondern um Wahrnehmung. Um das feine Gefühl, dass bestimmte Ereignisse, Orte und Elemente miteinander in Resonanz stehen. Dass manches nicht zufällig in uns auftaucht. Dass Erde und Wasser nicht nur Naturkräfte sind, sondern auch Träger von Erinnerung.
2014 tauchte das Thema erneut stark auf. Tschechien, Indonesien und wieder China, wieder Tsunami, wieder diese innere Verbindung von Zeichen, die sich wie ein roter Faden durch die Jahre ziehen. Und dann das Ahrtal, die Zahl 53474, ein Ort, eine Region, ein Feld von Erinnerung. Für mich war das kein loses Nebeneinander einzelner Begriffe mehr, sondern ein Netz von Bildern, Energien und Erfahrungen, die sich über Jahrzehnte aufgebaut haben. Manches davon blieb lange rätselhaft. Manches wirkte zuerst fern und wurde später plötzlich greifbar.
Wenn ich heute auf diese Stationen schaue – 1994, 2004, 2014 –, dann sehe ich keinen geraden Weg, sondern eine Spirale. Wasser und Erde kehren darin immer wieder zurück. Sie stehen für Wandel und Festigkeit, für Gefahr und Heilung, für Zerstörung und Neubeginn. Vielleicht bestand meine Aufgabe nie darin, sofort alles zu verstehen. Vielleicht ging es vielmehr darum, wahrzunehmen, zu erinnern und die Verbindung zwischen inneren Botschaften und äußeren Ereignissen ernst zu nehmen.
So bleibt für mich bis heute das Gefühl, dass bestimmte Orte, Jahre und Erlebnisse nicht zufällig miteinander verbunden sind. Dass Musik manchmal mehr ist als Klang. Und dass Wasser und Erde ihre eigene Sprache sprechen – leise, machtvoll und unausweichlich.











