Wenn deine Seele mein Herz hat, warum will meine Seele dann Blacky?
Vielleicht, weil Gefühle nicht ordentlich wohnen. Sie ziehen nicht in ein Haus ein, schließen die Tür und bleiben für immer dort, wo man sie verstanden hat. Gefühle sind manchmal wie Kinder im Regen. Sie laufen dorthin, wo ein Licht brennt, auch wenn sie nicht wissen, ob dort wirklich Wärme wartet.
Deine Seele kann mein Herz halten. Ganz still. Ganz tief. Sie kann es kennen, wie man einen vertrauten Raum kennt: die dunklen Ecken, die weichen Stellen, die Narben in der Wand. Vielleicht hat sie es nicht gestohlen. Vielleicht hat sie es gerettet. Vielleicht trägt sie es, weil es irgendwo in ihr sicherer war als in meiner Brust.
Und trotzdem will deine Seele Blacky.
Nicht unbedingt, weil Blacky mehr Liebe ist. Vielleicht ist Blacky Erinnerung. Ein Name, der nicht nur eine Person meint, sondern ein Gefühl. Etwas Wildes. Etwas Ungezähmtes. Etwas, das nicht fragt, ob es bleiben darf, sondern einfach auftaucht. Blacky könnte dieser Teil sein, der dich nicht beruhigt, sondern wach macht. Der dich nicht hält, sondern ruft.
Manchmal will die Seele nicht das, was gut für sie ist. Manchmal will sie das, was sie erkennt. Selbst wenn es weh tut. Selbst wenn es alte Türen öffnet. Selbst wenn das Herz schon längst woanders Schutz gesucht hat.
Vielleicht liegt genau darin der Schmerz: Das Herz sucht Frieden. Die Seele sucht Wahrheit. Und Wahrheit ist nicht immer sanft.
Mein Herz könnte bei deiner Seele liegen, weil dort etwas Echtes passiert ist. Etwas, das nicht laut sein musste. Aber deine Seele will Blacky, weil dort etwas Unvollendetes ruft. Ein Echo. Ein Hunger. Eine Frage, die nie beantwortet wurde.
Das bedeutet nicht, dass mein Herz verloren ist. Es bedeutet nur, dass deine Seele noch unterwegs ist.
Und vielleicht muss sie Blacky nicht besitzen. Vielleicht muss sie nur verstehen, warum dieser Name sie noch bewegt.
Denn manchmal ist Sehnsucht kein Ziel. Manchmal ist sie ein Spiegel.
Und was die Seele darin sieht, ist nicht Blacky.
Sondern sich selbst.
Zum ersten Mal ungeschützt, ehrlich, leise, und doch bereit, nicht mehr wegzulaufen vor sich.










